Auf dieser Informationsseite finden Sie umfassende Details zum Ablauf der Voruntersuchung vor einer grauen Star Operation. Sie erhalten Einblicke in die notwendigen augenärztlichen Untersuchungen die im Vorfeld durchgeführt werden. Zusätzlich wird die Bedeutung einer sorgfältigen Beratung über die optimale Linsenwahl erläutert. Ein FAQ-Bereich beantwortet häufig gestellte Fragen und bietet weitere nützliche Hinweise zur Vorbereitung auf die Operation.
Grauer Star Voruntersuchung
Ablauf der Grauer Star Voruntersuchung
Um die maximale Sicherheit für die Durchführung der grauen Star Operation gewährleisten zu können, ist eine sorgfältige Vorbereitung erforderlich. Diese findet im Rahmen einer Spezialsprechstunde in unserem Op Zentrum an der Weyerhofstr. 67 statt.
Die Op-Voruntersuchung beinhaltet eine vollständige augenärztliche Untersuchung inklusive der für die Operation erforderlichen Messungen, die ärztliche Aufklärung über die Chancen und Risiken der Operation, sowie sowie eine sehr ausführliche Beratung über die für Sie optimale Versorgungsmöglichkeit. Die Entscheidung über die optimale Versorgung ist zum einen von den individuellen Vorlieben, Hobbies, Beruf und Sehgewohnheiten, sowie den anatomisch- medizinischen Voraussetzungen ihrer Augen abhängig.
Wir nehmen uns ausführlich Zeit, alle ihre Fragen zu klären und gemeinsam mit Ihnen das für Sie bestmögliche Versorgungsangebot auszuwählen.
Beratungsgespräch über die optimale Versorgung bei einer grauer Star Operation
Bild: Priv.-Doz. Dr. med. M. Schallenberg erklärt den Ablauf der Katarakt-OP
Das Beratungsgespräch über die optimale Versorgung bei einer grauen Star Operation ist entscheidend, um Ihnen nicht nur ein klares Verständnis des bevorstehenden Eingriffs zu vermitteln, sondern auch um sicherzustellen, dass Sie die bestmögliche Entscheidung für Ihre individuellen Bedürfnisse treffen können. Im Rahmen dieses Gesprächs werden Ihnen ausführlich die Abläufe am Operationstag sowie alle relevanten Informationen zur Operation erläutert. Insbesondere werden folgende Themen mit Ihnen und ggf. in Anwesenheit ihrer Begleitung besprochen:
- Wie muss ich mich vor der Operation verhalten?
- Gibt es vorbereitende Maßnahmen, die ich treffen muss?
- Ist im Vorfeld eine hausärztliche Bescheinigung bzw. Blutabnahme erforderlich?
- Welche Hobbies und Interessen habe ich?
- Wird mein grauer Star konventionell operiert, oder ist in meinem Fall auch der Einsatz eines Lasersystems sinnvoll?
- Welches Linsensystem ist für mich in meiner individuellen Situation das optimal geeignete Linsensystem?
- Benötige ich eine neue Brille nach der Operation?
Im Anschluss an dieses Beratungsgespräch finden – falls erforderlich – weitere Messungen bzw. Zusatzuntersuchungen statt.
Grauer Star – Zusatzleistungen bei der Voruntersuchung
Die moderne Operation des grauen Stars (Cataract Chirurgie) ist heutzutage ein sicherer und international gut standardisierter Eingriff, mit dem sich im Regelfall – sofern keine schweren Begleiterkrankungen der Augen vorliegen – eine deutliche Verbesserung der Sehfähigkeit erreichen lässt. Dabei hat die Operationsmethode sich in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt. Während eine Operation des grauen Stars noch vor wenigen Jahrzehnten einen stationären Aufenthalt von fast einer Woche Dauer erforderlich machte und im Anschluss einen recht langwierigem Heilungsverlauf von mehreren Wochen hatte, werden die meisten graue Star Operationen heutzutage unter leichtem Dämmerschlaf ambulant durchgeführt.
In gleichem Maße, wie sich die Operationstechnik der grauen Star Operation stets weiterentwickelt hat, sind auch die Erwartungen von Patienten und überweisenden Augenärzte an ein möglichst optimales Ergebnis gestiegen. Während früher vor allem lediglich die Beseitigung der Trübung im Vordergrund stand, erwarten Patienten und zuweisende Augenärzte zunehmend höhere Ansprüche an das Op Ergebnis, als nur eine Zunahme der Helligkeit.
Daher haben sich in den letzten Jahren Untersuchungsmethoden entwickelt, die dazu beitragen, die Sicherheit der Operation zu erhöhen und die Vorhersehbarkeit des post operativen Ergebnisses verbessern. Einige dieser Zusatzuntersuchungen und ihren Sinn möchten wir Ihnen im nachfolgenden vorstellen:
Vermessung der Augenlänge (Biometrie)
Die exakte Vermessung der Augenlänge, auch als Biometrie bekannt, ist die wichtigste Spezialuntersuchung. Es gibt zwei Verfahren: die Ultraschall-Biometrie und die Laser-Biometrie. Bei der Ultraschall-Biometrie wird ein Ultraschallmesskopf nach einer oberflächlichen Betäubung auf die Augenoberfläche gesetzt, um die Stärke der einzusetzenden Intraokularlinse zu berechnen. Diese Methode ist genau, jedoch anfälliger für Messfehler, die nicht immer sofort erkennbar sind.
Deshalb nutzen wir, wie die Mehrheit der Operateure weltweit, die modernere Laser-Biometrie, auch als optische Biometrie bekannt. Diese berührungs- und schmerzfreie Methode liefert präzisere Ergebnisse und ist der bevorzugte Standard. Lediglich bei fortgeschrittener Linsentrübung, kommt die Ultraschall-Biometrie zum Einsatz. In allen anderen Fällen gewährleistet die Laser-Biometrie die genaueste Bestimmung der Intraokularlinsenstärke, was entscheidend für eine optimale Sehschärfe nach der Operation ist. Daher wird die Laser-Biometrie bei allen Fällen des Grauen Stars empfohlen.
Optische Kohärenztomographie (OCT)
Weitere Spezialuntersuchungen, welche ggf. im Vorfeld einer Augenoperation sinnvoll erforderlich sind, sind die Vermessung der Netzhaut und des sogenannten Punkts des schärfsten Sehens (Makula) mittels optischer Kohärenztomographie (OCT), um Erkrankungen der Makula, welche das Ergebnis der grauen Star Operation beeinträchtigen können z.B. im Rahmen der altersbedingten Makuladegeneration, oder der diabetischen Makulopathie, im Vorfeld auszuschließen.
Vorderabschnitts-Tomographie (Pentacam)
Falls eine relevante Hornhautverkrümmung vorliegt, kann darüber hinaus eine eine exakte Vermessung der Hornhautvorder- und Rückfläche und des vorderen Augenabschnitts sinnvoll sein (Pentacam). Bitte beachten Sie, dass das Tragen von Kontaktlinsen (weiche bzw. formstabile Kontaktlinsen), die Messergebnisse beeinflussen können, so dass es zu Fehlmessungen kommen kann. Daher tragen Sie bitte keine Kontaktlinsen vor dem Voruntersuchungstermin (optimalerweise eine Woche).
Die Laser-Biometrie, das OCT sowie Pentacam sind Zusatzleistungen
Während die technologischen Möglichkeiten der Augenchirurgie sich in den letzten Jahrzehnten sich zum Teil sprunghaft weiterentwickelt haben, hat das Leistungsniveau der gesetzlichen Krankenversicherung mit dieser Entwicklung nicht Schritt halten können. Sowohl die Laser-Biometrie, als auch weitere sinnvolle Zusatzuntersuchungen, wie beispielsweise das OCT zur Darstellung der Netzhaut und die Vermessung der vorderen Augenabschnitte (Pentacam) sind daher weiterhin nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung enthalten.
